Das Buch "Letzte Lieder"

Mal ehrlich, Stefan Weiller, was erwartet die Leserinnen und Leser?

 

Das Buch „Letzte Lieder“ versammelt 75 intensive Begegnungen mit sterbenden Menschen und ihren Angehörigen. Im Gegensatz zur Veranstaltungsreihe „... und die Welt steht still... – Letzte Lieder“ bietet das Buch Raum für noch tiefere Begegnungen, denn die Texte sind umfassender, als es in den zweistündigen Aufführungen der Fall sein kann. Die Leser haben die Chance, im Lesen ihren eigenen Rhythmus zu finden und – entweder alle Geschichten auf einmal – oder nach und nach einzelne Geschichten und Menschen kennenzulernen.

Das Buch, das von Deutschlandradio Kultur als ebenso „berührend wie poetisch“ beschrieben wurde, ist aus meiner Sicht  eine intensive Begegnung mit dem Leben und Sterben, mit Lebenswerten, den ganz großen Fragen, den Versuchen vieler Antworten – und eine Begegnung mit den Menschen am Lebensende.

 

Unmittelbar, echt, unprätentiös, ohne das Versprechen als Ratgeber anzutreten, ohne falsches Pathos versammeln die Letzten Lieder starke, authentische Kurzgeschichten von hohem Unterhaltungswert und großem Erkenntnisgewinn. Lachen und Weinen liegen bei diesen Erzählungen eng beieinander.

Um Musik geht es auch, aber eigentlich geht es um viel, viel mehr: Es geht um das ganze Leben.

  • Lernen Sie den „Sterbeknigge“ kennen, den eine sterbende Frau für den Umgang mit den Menschen im Hospiz entwarf.
  • Staunen und lachen Sie über das ironisch-leidenschaftliche Plädoyer eines Rauchers für den exzessiven Tabakkonsum.
  • Weinen Sie mit der Frau, die ihre Familie zum Sterben verlässt, um zu erkennen, dass man das Ende nicht planen, wohl aber gestalten kann.
  • Wundern Sie sich über feige Ärzte.
  • Summen Sie ein Lied mit den sterbenden Kindern in diesem Buch.
  • Finden Sie Trost bei einer beherzten Geschichte über das Furzen (Sie haben richtig gelesen).
  • Tanzen Sie zu türkischen Disko-Rhythmen und überwinden Sie festgefahrene Vorstellungen vom Leben, Sterben, Kulturen.
  • Blicken Sie tief in Ihre Traurigkeit hinein, wenn Sie die Geschichte der Frau lesen, die im Hochsommer noch einmal Weihnachten feiern will.
  • Finden Sie das Lachen wieder, mit der Frau, die von den zehn Männern ihres Lebens berichtet.
  • Schweigen Sie mit dem Mann, der weiß, dass Musik absolut gar nichts bedeutet, weil man letztlich doch eher die Stille aushalten muss.

Ich halte dieses Buch für ein Geschenk, das mir und den Lesern Menschen in der Schlussphase ihres Lebens machten, indem sie mich zum Interview einluden. Zeit war für all diese Menschen kostbar, war sie doch zumeist nur noch in wenige Tage bemessen. Trotzdem teilten diese Menschen diesen kostbaren Rest ihres Lebens, um die Letzten Lieder zum Klingen zu bringen und dieses Buch möglich zu machen. Das ist mir Ehre und Verpflichtung zugleich.

 

Das Buch steckt voller Weisheit, Schönheit, Härte, Anmut, Verzweiflung, Angst, Glaube, Zuversicht, Humor, Wut, Mut, Energie – so voller Leben und Erfahrung.

 

Für mich waren die Begegnungen mit Sterbenden ein Gewinn; sie haben mein Leben verändert – und ich wünsche mir und den Menschen, die ich für das Buch interviewen durfte, dass viele Leserinnen und Leser mutig und aufgeschlossen sind für diese kostenbaren Begegnungen am Lebensende.

 

Macht das Buch das Leben besser? Es macht es bewusster. Es ist ein Buch gegen die Angst. In der Sendung „Hauptsache Kultur“ des HR-Fernsehens wurden die Letzten Lieder als „befreiend“ bewertet – und das trifft es aus meiner Sicht sehr genau: Es befreit vom Schweigetabu und widmet sich ehrlich und auf einzigartige Weise den letzten Dingen.

 

Leben ist bekanntermaßen nichts für Feiglinge. Dieses Buch ist eins über das Leben bis zuletzt.

Lesen Sie wohl.

 

Ihr Stefan Weiller

 

Ein paar wichtige Anmerkungen: Die Buchidee war noch vor dem Entschluss zur Konzertreihe da. Damit ist das Buch nicht einfach eine Zweitverwertung der Texte aus den Konzerten, sondern ein eigenständiges Werk mit entsprechend eigenständigem Charakter. Viele Geschichten aus dem Buch wurden noch nie aufgeführt, bereits aufgeführte Geschichten werden teilweise weiter und umfassender erzählt.

Trotzdem sind einige Geschichten im Buch kurze Skizzen und mancher Leser hätte vielleicht gerne mehr erfahren. Aber "mehr" war in den Begegnungen mit sterbenden Menschen oftmals einfach nicht möglich, weil die Kraft für längere Gespräche nicht ausgereicht hätte. Teilweise dauerten die Gespräche mit schwerstkranken Menschen nur 15 Minuten, dennoch sollen auch Begegnungen dieser Länge nacherzählt werden.

Man muss diese kurzen Geschichten aushalten und ertragen, dass manche Interviews abbrechen, Fragment bleiben - wie das Leben selbst.

Das Buch ist vielleicht ein Impulsgeber für neue Sichtweisen auf die letzte Lebensphase, aber es ist definitiv kein Ratgeber. Ich glaube nicht an Ratgeber-Literatur; ich glaube an gute Kochbücher mit Rezepten - aber fertige Rezepte gibt es nicht für das Leben. Ich glaube aber an Menschen, die anderen Menschen tätig helfen und echte Beziehung anbieten - das kann kein Buch.


Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: Edel Germany; Auflage: 1 (2. Februar 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 384190517X
ISBN-13: 978-3841905178
Größe und/oder Gewicht: 14,3 x 2,5 x 21,6 cm

 

In Buchhandlungen und Online (hugendubel.de / Weltbild / thalia uva.), auch als eBook.

Eine Bitte: Unterstützen Sie den stationären Buchhandel und kleine Händler in Ihrer Stadt, die Ihnen das Buch gerne auch zur Ansicht bestellen. 


Service für Leser: Register zum Buch mit allen Musiktiteln und Seitenzahlen als PDF-Download

Das Verzeichnis im PDF-Download (rechte Seite) beinhaltet sämtliche Musiken, die im Buch "Letzte Lieder - Sterbende erzählen von der Musik ihres Lebens" zu finden sind. Auch die Seitenzahl, unter der Sie die Musik im Buch nachschlagen können, ist aufgeführt.

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