Stefan Weiller zur Aufführung

Für die erste Aufführung des Projekts am 12. Mai 2013 in Frankfurt am Main wurde über  Jahre hinweg mit Menschen in zunächst zwei Hospizen gesprochen. Aus diesen Gesprächen hat Projektinitiator Texte geschaffen, von denen in der Aufführung eine kleine Auswahl präsentiert wird. Die Stimmungen sind höchst unterschiedlich und keineswegs immer dunkel oder in der Auseinandersetzung mit dem Tod verharrend - im Gegenteil: Es geht um das Leben und um Lebensqualität, die in jeder Phase möglich ist.

 

Aus den Recherchen gibt es noch viel mehr Textmaterial, aber da die Musikveranstaltung nur ca. 90 Minuten umfassen sollte, mussten viele Aspekte weggelassen werden.

 

Stefan Weiller: "Eigentlich gab es in jedem Gespräch intensive Momente, die mich sehr anrührten, aber das, was ich in mehreren Jahren recht dosiert erfahren habe, kann ich dem Publikum nicht in der komprimierten Form eines Abends vorstellen - das wäre zu intensiv. Im Projekt  bildet sich ein Gang durch den Hospizalltag ab; die Anzahl der Personen und Geschichten einer Aufführung entspricht einem belegten Haus. Daher stellt das Projekt keine unangemessene Überzeichnung dar. Ich habe alle möglichen Stimmungen im Hospiz erlebt, deshalb ist auch das Projekt in seinen einzelnen Aspekten so vielfältig und unterschiedlich geraten. Ausnahmesituationen und 'normales' Alltagserleben wechseln einander ab.

Eigentlich müsste ich ein Buch mit diesen Erfahrungen vorlegen, das der Leser zur Seite legen kann, wenn er nachdenken oder sich zurückziehen will, im Projekt bleiben dafür vor allem die Momente der Musik.

Letztlich entschieden die Menschen, die mich zum Gespräch einluden, worüber sie erzählen wollten. Sie geben den Letzten Liedern ihren Charakter und prägen die Stimmung."